Die Hitzewelle Ende Juni hat erneut deutlich gemacht, dass auch der Kreis Warendorf von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. Im Vergleich zum Klimareferenzzeitraum 1961 bis 1990 hat sich die Zahl der Hitzetage im Kreisgebiet bereits etwa verdoppelt. Gleichzeitig nehmen die Niederschläge in den Sommermonaten tendenziell ab, während Starkregenereignisse intensiver auftreten.
Trockenstress, Hitzebelastung und lokale Überflutungen
Die Folgen dieser Entwicklung sind auch in der Region spürbar. Wälder und landwirtschaftliche Flächen leiden unter Trockenstress, die Hitzebelastung in Städten und Gemeinden steigt und nach Starkregen kommt es zunehmend zu lokalen Überflutungen. Das kürzlich verhängte Wasserentnahmeverbot für die Ems unterstreicht die Dringlichkeit, auf diese Veränderungen zu reagieren.
„Wir müssen uns an das sich ändernde Klima anpassen und damit leben lernen. Aber dass wir der Erderwärmung nicht allein mit dem Einbau von Klimaanlagen begegnen können, liegt auf der Hand. Wir müssen unsere Infrastruktur auf vielen Ebenen auf extrem heiße Tage ebenso wie auf Starkregen ausrichten. In den Kommunen wissen die Akteure am besten, welche Plätze sich aufheizen oder wo Flüsse über die Ufer gehen können", führt Umweltdezernent Michael Ottmann aus.
Neun Kommunen und der Kreis arbeiten seit 2023 zusammen
Vor diesem Hintergrund haben der Kreis Warendorf und neun kreisangehörige Kommunen vor zwei Jahren gemeinsam die Erarbeitung eines integrierten Klimafolgenanpassungskonzepts gestartet. Das vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit geförderte Projekt wurde federführend vom Amt für Umweltschutz und Straßenbau des Kreises Warendorf umgesetzt. Das Konzept wurde sowohl für die Kreisverwaltung als auch für die Kommunen Beckum, Beelen, Drensteinfurt, Everswinkel, Oelde, Ostbevern, Sassenberg, Telgte und Wadersloh entwickelt.
„Gut, dass wir bereits 2023 begonnen haben, Klimafolgenanpassungskonzepte gemeinsam mit den Kommunen zu erarbeiten und nun schon erste Projekte in der Umsetzung sind", zeigte sich Ottmann froh über die Weitsicht von Politik und Verwaltung im Kreis Warendorf.
Von Baumpflanzungen bis zu Nebelduschen
Bei Betroffenheitsworkshops mit den beteiligten Kommunen und den Fachämtern der Kreisverwaltung, verschiedenen öffentlichkeitswirksamen Aktionen sowie Maßnahmenworkshops auf kommunaler und Kreisebene wurden diverse Lösungen erarbeitet. Dazu gehören unter anderem Baumpflanzungen in Innenstädten, Aufklärungskampagnen zur Eigenvorsorge, Maßnahmen aus dem Bereich Bevölkerungsschutz und Schulungsangebote für Kommunalbeschäftigte. Abschließend wurde das Konzept in den zuständigen Fachausschüssen vorgestellt und beraten.
„Viele Kommunen gehen schon mit gutem Beispiel voran. In Ostbevern wurde bei der Umgestaltung der Neuen Mitte bereits eine Nebeldusche installiert, die an heißen Tagen Linderung verschafft", berichten Chiara Dombrowski und Lukas Wienstroer, Klimaanpassungsmanager beim Kreis Warendorf.
Kreistag hat das Konzept am 10. Juli beschlossen
Herzstück des Klimafolgenanpassungskonzepts ist ein umfangreicher Maßnahmenkatalog mit konkreten Handlungsempfehlungen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Mit dem Beschluss des Kreistages vom 10. Juli 2026 wurde das Konzept offiziell verabschiedet und bildet nun die Grundlage für die schrittweise Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen.
Erster Baustein: „KlimaTisch Kreis Warendorf"
Ein erster Baustein des Maßnahmenkatalogs konnte bereits realisiert werden. Mit dem neu gegründeten „KlimaTisch Kreis Warendorf – Bündnis für Klimaschutz und Klimaanpassung" wurde ein Netzwerk geschaffen, das die Entwicklung und Umsetzung konkreter Ideen und Projekte unterstützt. Darüber hinaus sieht das Konzept vor, gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen kreisweite Beratungs- und Sensibilisierungsangebote zu entwickeln und umzusetzen.
Das komplette Klimafolgenanpassungskonzept steht auf der Internetseite des Kreises Warendorf zur Verfügung.












