Durch einen privaten `Finanzanfall´ herausgefordert, läßt sich die Autorin nicht nur zu lautem intensiven Nachdenken über globale Kapitalströme hinreißen. Diese Lektüre ist eine verbale Auslassung, dem Solo-Vorsprechen auf gewohnter Bühne gleich.
(An dieser Stelle darf auch an Thomas Bernhard erinnert werden).
Es ist ein Statement, eigentlich eine Kette dieser, in dem Elfriede Jelinek ohne Schonung über das Beiseiteschaffen von Kapital an der Menschheit vorbei, ebenso die mehr als brüskierende Bereicherung an dem Vermögen anderer durch windige Kontenarchitektur räuberischen Eliten, anklagt.
Soll - Haben. Das kennt man von Betriebsabrechnungsbögen. Wer soll, damit wir haben? Diese Frage kann man ohne weiteres diesem Buch voranstellen.
Sieht man denn nicht, wie wütend und entsetzt unser Gesellschaftsblick immer noch auf smarte Täter fällt, denen das Zurücklassen einer betrogenen Gemeinschaft wider die Menschlichkeit nicht mal die Spur eines Ansatzes einer inneren Regung abringt?
Elfriede Jelinek´s `Angabe der Person´ ist eine bizarre Sittengeschichte, deren Ende offen bleibt, solange die Gaunerei Schule macht. Ein Buch wie ein Hammerschlag an Tresortüren.
Autor: Elfriede Jelinek
Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783498003180
24,- Euro
189 Seiten
Dieser lesenswerte Buchtipp der Woche kommt von der Oelder Buchhandlung & Teekontorei.











