Nantucket.
Denen, die dort leben, auf einer kleinen Insel vor der Ostküste der USA, verlangt der Alltag viel Fantasie ab. Man arrangiert sich.
Ein kleines Haus in Strandnähe, in dem Mutter und Sohn ihr Leben mit Gleichförmigen verdingen. Und das vielleicht sogar in einer Art Demut.
Der Vater tot. Besuch, auch sehr selten, meldet sich nicht an. Er kommt einfach. Es ist ja auch immer jemand da. So auch hier geschehen.
Man sieht von weitem kommend ein Paar. Mann und Frau. Er schein Mutter zu kennen. Und ihr wird gewahr, wer sich da nähert. Dass er, Will, nicht alleine ist, darf sie nach all der Zeit nicht verwundern.
Schon am nächsten Morgen, nur die Mutter schläft noch, verlässt das Paar das Haus, den Strand, die Insel.
Kein Lebe wohl. Doch bleibt eine kleine Zeichnung zurück. Von Will. Ein Abschiedsgeschenk? Ein Trost? Ein ich-weiß-nicht-was?
Nantucket-Stadt.
200 Jahre, und eine unerwartete Bekanntschaft später, spürt ein junger Maler der Geschichte dieses rätselhaften Bildchens mit angebundenem Vögelchen nach.
Ein Bild. Ein darin enthaltenes Detail. Bei genauer Betrachtung eine Metapher. Aber für was? Ein Hinweis auf ungelebte Liebe und dem daraus ertragenen Verzicht, der Generationen, bis heute noch, im Gefühl jeder Sehnsucht baden läßt, die eines bleibt: Fallstrick oder Motivation, ihr künstlerische Gestalt zu verleihen. Vielleicht sogar als Mahnung, welch Herzgewitter in Brustkörben toben werden.
Fazit: Was für eine Geschichte. Man liest nie aus.
Autor: Ben Shattuck
Titel: Eine Geschichte der Sehnsucht
ISBN: 9783446286504
80 Seiten
18,- Euro
Dieser lesenswerte Buchtipp der Woche kommt von der Oelder Buchhandlung & Teekontorei.











