Ein Haus am Rand eines Dorfes. Drei Menschen, gefangen in einem Leben ohne Liebe, ohne Glück, ohne Perspektive. Valerie Fritsch erzählt in ihrem Roman „Zitronen“ eine beklemmende Geschichte über Abhängigkeit, Gewalt und die verzweifelte Suche nach Nähe.
Erst als der gewalttätige Vater plötzlich verschwindet, scheint sich etwas zu verändern. Die Mutter und ihr Sohn August bleiben zurück und versuchen, sich aus den alten Strukturen zu befreien. Doch was zunächst wie ein Aufbruch wirkt, entwickelt sich in eine neue, verstörende Dynamik.
Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn kippt ins Toxische. Zuneigung und Fürsorge sind nicht mehr echt, sondern künstlich beeinflusst. Heimlich verabreichte Medikamente verändern die Wahrnehmung des Kindes und schaffen eine trügerische Welt voller vermeintlicher Liebe.
Erst Jahre später, als August erwachsen ist, kehrt er an den Ort seiner Kindheit zurück. Ein Ort, der nie aufgehört hat, Tatort zu sein. Die Vergangenheit lässt sich nicht abschütteln. Sie bleibt, unausweichlich und prägend.
„Zitronen“ ist ein intensiver, sprachgewaltiger Roman über familiäre Abgründe und die Frage, wie sehr uns unsere Herkunft bestimmt. Eine Geschichte, die nachwirkt und dich nicht so schnell loslässt.
Autorin: Valerie Fritsch
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 9783518474792
Preis: 13,- Euro
Seiten: 186
Dieser lesenswerte Buchtipp der Woche kommt von der Oelder Buchhandlung & Teekontorei.












