Pressemitteilung der Fraktion VOLT Oelde:
Ohne Frühstück in die Schule? VOLT fordert Prüfung von Angeboten
Die VOLT-Fraktion im Rat der Stadt Oelde hat einen Prüfauftrag eingebracht, der die Situation der Schulverpflegung in den Fokus rückt. Ziel ist es, systematisch zu erheben, in welchem Umfang an Oelder Schulen bereits Verpflegungsangebote bestehen, wo zusätzlicher Bedarf gesehen wird und welche Möglichkeiten es gibt, diese Angebote nachhaltig und möglichst kostenneutral auszubauen.
Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, wie verlässliche Frühstücks- und
ergänzende Verpflegungsangebote für Schülerinnen und Schüler verbessert werden
können, ohne den städtischen Haushalt zusätzlich zu belasten.
Bedarf differenziert erfassen
Ausgangspunkt des Antrags ist die Erkenntnis, dass ein Teil der Kinder ohne ausreichende Erstverpflegung in den Unterricht startet. Dies könne sich negativ auf
Konzentration, Lernfähigkeit und soziale Teilhabe auswirken. Gleichzeitig zeigen Erfahrungen aus anderen Kommunen, dass der Bedarf nicht pauschal für alle
Schulen gleich ist, sondern standort- und schulabhängig bewertet werden muss.
Die Verwaltung soll daher zunächst ermitteln, an welchen Schulen konkrete Bedarfe bestehen und welche bestehenden Angebote bereits vorhanden sind. Grundlage für weitere Entscheidungen soll eine differenzierte Betrachtung sein, die sowohl die Perspektiven der Schulen als auch die von Eltern und Schülerinnen und Schülern
berücksichtigt.
Bestehende Programme nutzen
Ein zentraler Bestandteil des Antrags ist die Prüfung externer Förderprogramme und bestehender Initiativen. Dazu gehört unter anderem das EU-Schulprogramm NRW,
über das Grund- und Förderschulen regelmäßig mit Obst, Gemüse und Milch versorgt werden. Dieses Angebot ist organisatorisch etabliert und für Kommunen grundsätzlich kostenneutral, stellt jedoch nur einen Baustein der täglichen Verpflegung dar.
Darüber hinaus verweist der Antrag auf Programme wie den Verein „brotZeit“, der an vielen Standorten kostenlose Frühstücksangebote organisiert, häufig getragen durch ehrenamtliches Engagement und Spenden. Auch Kooperationen mit Wohlfahrtsverbänden, Fördervereinen oder lokalen Initiativen könnten eine wichtige
Rolle spielen, insbesondere dort, wo gezielt Unterstützung benötigt wird.
Kooperation statt neuer Strukturen
Die VOLT-Fraktion betont ausdrücklich, dass es nicht darum geht, neue dauerhafte kommunale Leistungen aufzubauen. Vielmehr soll geprüft werden, wie bestehende
Programme, Fördermöglichkeiten und lokale Initiativen besser miteinander vernetzt und gezielt vermittelt werden können.
Dieser Ansatz soll es ermöglichen, vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen und gleichzeitig zusätzliche Angebote zu schaffen, ohne den städtischen Haushalt erheblich zu belasten. Damit setzt der Antrag bewusst auf Kooperation und Vermittlung statt auf neue Strukturen.
Sozial- und bildungspolitische Bedeutung
Aus Sicht der Fraktion geht es bei dem Thema nicht nur um Ernährung, sondern um Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe. Verlässliche Verpflegungsangebote könnten
dazu beitragen, die Lernbedingungen zu verbessern, Familien im Alltag zu entlasten und soziale Unterschiede abzumildern. Der Antrag ist daher als erster Schritt angelegt: Zunächst sollen belastbare Daten erhoben und bestehende Möglichkeiten geprüft werden. Auf dieser Grundlage kann der Rat anschließend entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll und umsetzbar sind.
Pragmatischer Prüfauftrag
Mit dem Vorstoß verfolgt VOLT einen bewusst pragmatischen Ansatz. Statt vorschnell neue Programme zu etablieren, sollen zunächst bestehende Strukturen analysiert und sinnvoll ergänzt werden. Ziel ist es, bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln, die sowohl sozial wirksam als auch finanziell verantwortbar sind.
Der Rat der Stadt Oelde wird nun darüber beraten, ob die Verwaltung mit der Prüfung beauftragt wird und welche nächsten Schritte sich daraus ergeben.











