Zwischen Denkmalschutz und Parkdruck: Wie es mit dem Hagengarten in Stromberg weitergehen könnte
Die Fläche „Hagengarten“ in Stromberg sorgt seit Jahren für Diskussionen. Jetzt steht eine Grundsatzentscheidung an: Soll hier eine neue Stellplatzanlage mit rund 30 öffentlichen Parkplätzen entstehen – oder wird das Vorhaben endgültig aufgegeben? Drei Varianten liegen auf dem Tisch, doch die Ausgangslage ist komplex.
Hintergrund: alter Wunsch, sensibles Gelände
Bereits 2018 hatte die CDU-Fraktion in Stromberg einen Antrag gestellt, dort zusätzliche Parkflächen zu schaffen. Seither wird der Standort geprüft, analysiert, diskutiert – und immer wieder kontrovers bewertet. Das Gelände liegt im Außenbereich, grenzt direkt an den denkmalgeschützten Burgberg, weist eine hohe ökologische Qualität auf und ist im neuen Landschaftsplan des Kreises Warendorf als Landschaftsschutzgebiet vorgesehen.
Fachliche Kritik – und politische Hartnäckigkeit
Sowohl die Untere Naturschutzbehörde als auch der LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) hatten dem Projekt bereits früh eine klare Absage erteilt: Eingriffe in das Landschaftsbild, mögliche Zerstörung archäologischer Strukturen und Beeinträchtigung des Ortsbildes seien nicht vertretbar. Auch ein externes Gutachten von 2020 kommt zum gleichen Schluss: Ein öffentlicher Parkplatz an dieser Stelle sei denkmalpflegerisch nicht zu verantworten.
Trotzdem hielt der Bezirksausschuss Stromberg an der Idee fest – zuletzt erneut im September 2024. Auch Vertreter der Stromberger Gastronomie und lokaler Institutionen machten sich in einer Unterschriftenaktion für den Bau stark. Sie verweisen auf den hohen Parkdruck und die touristische Bedeutung des Burgbergs.
Drei Wege zur Entscheidung
Die Politik steht nun vor einer Grundsatzentscheidung. Die Verwaltung legt drei Optionen zur Abstimmung vor:
- Variante A: Das Planverfahren wird gestartet, Flächennutzungsplan und Bebauungsplan sollen angepasst werden.
- Variante B: Die Entscheidung wird für ein Jahr zurückgestellt. In dieser Zeit sollen die Nutzung des temporären Parkplatzes an der Münsterstraße und die Auswirkungen der Kita-Verlagerung beobachtet werden.
- Variante C: Das Projekt „Hagengarten“ wird endgültig aufgegeben.
Was ist technisch möglich?
Ein Parkplatz am Hagengarten wäre technisch machbar – in wassergebundener Bauweise, mit Zufahrt über die Daudenstraße, rund 3.000 m² Fläche. Die Kosten für Bau, Planverfahren und ökologische Ausgleichsmaßnahmen könnten jedoch weit über 300.000 € hinausgehen. Noch fehlt es an Bodengutachten, Aussagen zur archäologischen Relevanz und konkreten Kostenberechnungen.
Wie geht es weiter?
Die Entscheidung fällt im Rat der Stadt Oelde am 7. April 2025. Vorher befassen sich zwei Fachausschüsse mit dem Thema. Ob Stromberg am Burgberg künftig neue Parkplätze bekommt – oder ob Naturschutz und Denkmalschutz Vorrang haben – wird eine Frage der politischen Abwägung sein.












