Die Kreispolizeibehörde Warendorf hat ihren Jahresbericht für 2025 vorgestellt. Der Bericht gibt einen umfassenden Überblick über Einsätze, Kriminalfälle, Präventionsarbeit und besondere Ereignisse im Kreisgebiet.
Im Jahr 2025 bewältigten die Einsatzkräfte der Polizei insgesamt 33.803 Einsätze, die von außen ausgelöst wurden. Dazu zählen unter anderem Notrufe, gemeldete Vorfälle oder andere Situationen, bei denen Bürgerinnen und Bürger die Polizei alarmieren. Nicht eingerechnet sind selbst veranlasste Einsätze wie Verkehrskontrollen oder Maßnahmen zur Schulwegsicherung.
Die meisten Einsätze gab es im Bereich Ahlen mit 8.230 Fällen, was 24,35 Prozent aller Einsätze ausmacht. Es folgen Warendorf mit 4.367 Einsätzen (12,92 Prozent) und Oelde mit 3.408 Einsätzen (10,08 Prozent). Weitere Einsätze entfielen unter anderem auf Beckum mit 5.234, Telgte mit 2.003, Ennigerloh mit 1.955 sowie Sendenhorst mit 1.383 Fällen.
Ein Blick auf die Einsatzgründe zeigt, womit sich die Polizei im Alltag am häufigsten beschäftigt. Ganz oben stehen Verkehrsunfälle mit Sachschaden. Davon wurden 5.097 Einsätze registriert, das entspricht 15,08 Prozent aller häufigsten Einsatzanlässe. Dahinter folgen Hilfeersuchen mit 2.812 Einsätzen (8,32 Prozent) sowie Verkehrsunfälle mit Wildbeteiligung mit 2.221 Fällen (6,57 Prozent).
Auch Ruhestörungen mit 1.846 Einsätzen, verdächtige Personen mit 1.248 Meldungen und Unfallfluchten mit 1.190 Fällen gehören zu den häufigsten Gründen für Polizeieinsätze. Ebenfalls regelmäßig gemeldet wurden verdächtige Fahrzeuge (1.066), Streitigkeiten (1.043) sowie verdächtige Beobachtungen oder Geräusche (975). Verkehrsunfälle mit verletzten Personen machten 845 Einsätze aus. Diese zehn Einsatzarten zusammen ergeben 18.343 Einsätze und damit 54,26 Prozent aller häufigsten Einsatzanlässe.
Neben dem täglichen Einsatzgeschehen dokumentiert der Bericht auch besondere Fälle aus dem Jahr 2025. Dazu gehört etwa eine Massenschlägerei rivalisierender Fußballfans am Bahnhof Oelde, bei der rund 600 Anhänger der Vereine Rot-Weiss Essen und Hannover 96 aufeinandertrafen. Vermummte Personen setzten dabei auch Eisenstangen ein. Die Polizei konnte die Situation mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei, der Bundespolizei und der Polizeifliegerstaffel unter Kontrolle bringen. Unbeteiligte und Polizeikräfte blieben unverletzt.
Auch schwere Straftaten beschäftigten die Ermittler. In Ahlen wurde im Februar ein Juweliergeschäft überfallen. Die Täter erbeuteten Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro. Drei Tatverdächtige konnten später identifiziert und festgenommen werden. Bei Durchsuchungen fanden Ermittler die Beute, eine scharfe Schusswaffe sowie Kokain. Zwei der Beschuldigten wurden später zu Haftstrafen von zwei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt.
Ein weiterer umfangreicher Fall betraf einen Serienbetrug im Internet. Ein Mann bestellte über längere Zeit Waren, ohne sie zu bezahlen. Allein bei einem Händler wurden 283 betrügerische Bestellungen festgestellt. Insgesamt entstand ein Schaden von 44.964,80 Euro bei rund drei Dutzend Geschädigten. Der Täter wurde schließlich zu drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.
Auch Betrugsmaschen gegen ältere Menschen spielten eine Rolle. In einem Fall legte ein Senior nach mehreren Telefonaten mit angeblichen Polizeibeamten 52.000 Euro in Goldbarren an einem vereinbarten Ort ab. Die Polizei konnte einen Abholer später auf frischer Tat festnehmen. Insgesamt wurde diesem Beteiligten ein Schaden von 174.000 Euro aus mehreren Taten nachgewiesen. Er erhielt eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten.
Darüber hinaus beschäftigte die Polizei auch schwere Gewalt- und Missbrauchsdelikte. In einem Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs in Wadersloh wurden 103 Taten an mehreren Kindern festgestellt. Das Landgericht Münster verurteilte den Täter zu sechs Jahren Freiheitsstrafe.
Neben der Strafverfolgung spielt Prävention eine wichtige Rolle. Insgesamt nahmen 22.282 Menschen an Veranstaltungen zur Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit teil. Dazu zählen Aktionen in Schulen, Informationsveranstaltungen für Fahranfänger sowie Angebote für Senioren. Zusammen mit weiteren Maßnahmen wie der Überprüfung von 3.804 Zweirädern ergibt sich eine Gesamtzahl von 26.086 Präventionsmaßnahmen und Teilnahmen im Jahr 2025.
Auch im Bereich Bürgerkontakt bleibt die Polizei präsent. Die Mobile Wache war im vergangenen Jahr 178 Tage im Einsatz und bot in Orten ohne Polizeiposten eine direkte Anlaufstelle. Zusätzlich fanden 246 Bürgersprechstunden statt.
Der Jahresbericht zeigt damit ein breites Bild der Polizeiarbeit im Kreis Warendorf. Neben Einsätzen und Ermittlungen stehen auch Prävention, Bürgerkontakt und Zusammenarbeit mit Schulen, Kommunen und Beratungsstellen im Fokus.











