Dieses Gedicht stammt von Berni Blanke, einem langjährigen Mitglied des OGV Oelde, der sich über viele Jahre aktiv im Vereinsleben eingebracht hat. Zu Ehren seines Engagements wird sein Gedicht „Frühling“ traditionell bei der Jahreshauptversammlung vorgelesen – ein stimmungsvoller literarischer Auftakt in die neue Gartensaison.
FRÜHLING
Ein Zauberer von hohen Gnaden, ein Meister der Verwandlungskunst,
von allen herzlich eingeladen, bezeigt uns wieder seine Gunst.
Von seinem brummigen Kollegen, vom Winter her, ist alles kahl,
nun aber fängt sich’s an zu regen in Wald und Feld, in Berg und Tal.
Wie aus dem Nichts erschienen Krokus, Schneeglöckchen folgen seinem Schritt,
er summt ein Lied und Hokuspokus, schon singen alle Vögel mit.
Ganz leise spricht er mit den Bäumen, die Schmetterlinge werden wach,
die Bienen hören auf zu träumen und Wölkchen spiegeln sich im Bach.
Mit Sonnenschein lockt er die Veilchen, bald grünt und blüht es rings umher.
Es dauert noch ein kleines Weilchen und man erkennt die Welt nicht mehr.
Und auch der Mensch in seinem Streben verspürt im Herzen neuen Schwung
und liebt es, ganz sich hinzugeben der wonnigen Verzauberung.
Wie das wohl die Bäume machen und die Sträucher weit und breit,
dass sie wie von selbst erwachen, Jahr für Jahr zur Frühlingszeit.
Dass sie ihre Zweige recken und beginnen aufzublühn,
oder dass sie sich bedecken nach und nach mit frischem Grün.
Was geht vor im Untergrunde?
Wer sagt Spargel und Spinat, dass nun ihre große Stunde
wieder mal geschlagen hat?
Und wer schreibt den Vogelscharen, die noch fern im Süden sind,
dass es Zeit wird heimzufahren, denn hier ist es warm und lind?
Still und heimlich, kaum ergründlich,
geht der Ruf durch Wald und Feld,
und auch wir sind täglich und stündlich
nun auf Frühling eingestellt.












